Die Gruppe

Zielsetzung und Konzeption

 

Inhaltliche Zielsetzung der Arbeit und Förderung

Wir verstehen unseren pädagogischen Auftrag darin, die bei uns lebenden Kinder und Jugend lichen zur Selbstverantwortung und Selbständig keit zu befähigen. Sie sollen mit der Zeit in der Lage sein, ihre individuellen Interessen, unter Berücksichtigung der Bedürfnisse anderer, wahr zunehmen. Wir gehen davon aus, dass die fehlenden posi tiven Erfahrungen mit den primären Bezugs personen für die bei uns lebenden Kinder und Jugendlichen eine erhebliche Belastung dar stellen.

Primär sehen wir unsere Aufgabe darin, Zusam menhänge in dieser Phase aufzuzeigen und be wusst zu machen. Ihnen die Möglichkeit zu bieten, einen Zugang zu ihren Empfindungen, Bedürfnissen und Neigungen zu bekommen und darüber hinaus zwischenmenschliche Beziehungen zu entwickeln und Verhaltensweisen anzubieten, mit denen sie selber und mit ihrer Umwelt leben können bzw. leben lernen können.

 

Wohnbereich
Wir ermutigen die zu betreuenden Kinder und Jugendlichen

a)
mit anderen Kontakt aufzunehmen.

Darunter verstehen wir im nonverbalen Bereich

z.B. Blickkontakt und räumliche Nähe herzustellen oder zuzulassen;

im verbalen Bereich z.B. sich miteinander bekanntzumachen und sich auf ein Gespräch einzulassen.

b)
mit anderen Beziehungen einzugehen.

Darunter verstehen wir sowohl eigene Gedanken,

Gefühle, Erwartungen und Interessen mitzuteilen

als auch die des Partners wahrzunehmen und

zu berücksichtigen; nicht mehr in einer emo

­tionalen Beziehung zu verlangen als der betreffende

Partner zu geben bereit ist.


Inhaltlicher Umfang


Lebensraum Wohnen
Die Einrichtung „die Gruppe“ liegt in einer verkehrsberuhigten Zone in einem schönen Viertel in Darmstadt. Das Zentrum kann man gut in ca. 10 Minuten zu Fuß erreichen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Anschlüsse an das öffent­liche Verkehrsnetz (Bus- und Straßenbahnhaltestelle). Die Kinder und Jugend­lichen werden befähigt sich in der Stadt zurecht zu finden und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Da die Einrich tung seit mehr als 50 Jahren besteht, haben sich gute nachbarschaftliche Beziehungen entwickelt, so dass wir uns innerhalb des Wohnviertels und der unmittelbaren Nachbarschaft aufgenommen und integriert fühlen. Die Kinder und Jugend lichen haben die Möglichkeit im Hof und auf der Spielstraße zu spielen. Direkt nebenan befindet so dass jüngere Kinder hier leicht Anschluss finden können.

Im Hinblick auf ihre individuellen Fähigkeiten und Interessen bietet Darmstadt ein vielfältiges Angebot an Vereinen, Judendhäusern und kreativen Freizeitmöglichkeiten. Außerdem befinden sich zwei Kirchengemeinden in unmittelbarer Nähe, so dass die Kinder und Jugendlichen auch die verschiedenen Aktivitäten der kirchlichen Gruppen wahrnehmen können.

Grundsätzlich vermitteln wir den Kindern, dass sie sich selbst mit Lebenstechniken im allgemeinen auseinandersetzen müssen, um später außerhalb des Heimes selbständig leben zu können.

Wir klären sie über die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Körperpflege (z.B. tägliches Zähneputzen und Waschen, regelmäßiges Duschen bzw. Baden, regelmäßiger Kleidungswechsel) auf und vermitteln ihnen die notwendigen Verhaltensweisen für die Gesundheitsvorsorge bzw. -wiederherstellung (z.B. Tragen von wetterentsprechender Kleidung, Einhaltung von Bettruhe im Krankheitsfall, Arztbesuche und kontrollierten Umgang mit Medikamenten).

Hauswirtschaftliche Techniken vermitteln wir einerseits, indem wir den Kindern und Jugendlichen altersentsprechende Arbeiten in diesem Bereich übertragen (z.B. Staubsaugen und -wischen in den eigenen Räumen, Vorbereitung von Mahlzeiten, Schuheputzen); andererseits, indem wir sie an den übrigen Arbeiten beteiligen (z.B. Pflege der übrigen Räume sowie der Wäsche, Kochen, Backen und Spülen).

Das Zurechtfinden in der sekundären Umweltfördern wir schrittweise durch den Umgang mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Benutzung von Freizeiteinrichtungen und Geschäften, wobei wir hierdurch gleichzeitig den planvollen Umgang mit (Taschen-) Geld einzuüben ermöglichen.


Lebensraum Bildung
In unmittelbarer Nähe unserer Einrichtung befindet sich eine Grundschule, die den 5jährigen Schulversuch durchführt, als auch eine weitere Grundschule. Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gym­nasien liegen in der näheren Umgebung. Die Sonderschule für Lernbehinderte, weiterführende Schulen und Berufsschulen sind
mit öffentlichen Verkehrs­mitteln von uns aus problemlos zu erreichen.

Davon ausgehend, dass gerade bei unseren Kindern und Jugendlichen eine starke Unterstützung im schulischen Bereich stattfinden muss, findet zum regelmäßigen Schulbesuch folgende Leistungen statt:
in der Zeit von 14 Uhr bis 16 Uhr Hausaufgabenbetreuung durch zwei pädagogische MitarbeiterInnen

  • gezielte Nachhilfe für einzelne SchülerInnen
    Unterstützung im Lernen vor schriftlichen / mündlichen Schularbeiten
    Erlernen von bestimmten Lerntechniken
    Aufarbeitung von Wissensdefiziten
    Bearbeitung von Lese- und Rechtschreibschwächen
    Kontrolle des Schulbesuchs
    regelmäßige Lehrergespräche in der Schule
    Elternabendbesuche
    Umgang mit Computern

Stellen sich aufgrund spezieller Erfordernisse bei
einzelnen Kindern und Jugendlichen Wissensdefizite oder Lernschwächen heraus, so suchen wir im erforderlichen Umfang Unterstützung
außerhalb der Einrichtung (z.B. Nachhilfe in Fremdsprachen, starke Legasthenieprobleme etc.).


Berufsorientierung
Die Berufsorientierung findet in Zusammenarbeit mit Schule, Arbeitsamt und der Einrichtung statt.

Dabei ist es wichtig, den Jugendlichen Aufmerk samkeit entgegenzubringen, wenn Äußerungen über bestimmte Berufsfelder gemacht werden. Hinsichtlich darauf ist es sinnvoll, entsprechende Vorschläge und Angebote zu machen.
Einen weiteren Hinweis zur Berufsorientierung / Berufsfindung erhalten wir über Beobachtungen von bestimmten Neigungen bzw. Geschicklichkeiten. (Treffen sich die Aussagen, Wünsche und Absichten mit Verhaltensweisen in der Realität.) Um dies zu beantworten besprechen wir erstmal die angestrebten Berufe mit den Jugendlichen.
Mit der Agentur für Arbeit erfolgen Berufsberatungstermine und Besuche im Berufsinformationszentrum. Die Mitarbeiter der Agentur für Arbeit sind in der Regel schon während des letzten bzw. vorletzten Schuljahres in der Schule und stellen sowohl die Agentur für Arbeit, als auch die möglichen Bildungsperspektiven vor. Der erste Schritt in die Berufswelt erfolgt durch Praktika. Hierbei werden die Jugendlichen von uns und von der Schule betreut. (Rücksprache mit Meistern der Firmen.). Ferienjobs und Hospitationen unterstützen zusätzlich die Berufsfindung (Inventuren). Darüber hinaus informieren wir die Jugendlichen durch Medien über ihren Berufswunsch.

 


Berufsfindung
Nach entschiedener Berufswahl werden mit den Jugendlichen zusammen Be­werbungen ge schrieben. Mit Hilfe der Agentur für Arbeit (offene Stellen) und der Zeitung/ Internet beginnt die Stellensuche. Das Bewerbungstraining ist für die Jugend­lichen eine sehr anstrengende Phase, da mehrere Bewerbungen geschrieben werden müssen und diese oft mit Absagen beantwortet werden. Die Verarbei­tung von Mißerfolgen und Frustrationen erfordert von daher eine intensive pädagogische Begleitung. Desweiteren werden über Praktikas Kontakte zu Firmen herge­stellt.


Berufsausbildung
Zu Beginn der Ausbildung wird auf Arbeitszeit und Leistungsstand bzw. Lei­stungsanforderung geachtet. Falls notwendig werden Termine mit der Ausbildungsstelle vereinbart, um bestimmte Defizite hinsichtlich der Probezeit rechtzeitig zu beheben (pünktliches Erscheinen, Nachhilfe, persönliches Verhalten). Zur Zwischenprüfung und zur Abschlussprüfung begleiten wir die Jugendlichen sowohl innerhalb als auch außer halb (Betreutes Wohnen) unserer Einrichtung, wiederum mit Terminabsprache der Ausbil dungsstellestelle wenn nötig. Rücksprachen mit Ausbildern der Firmen finden statt. Bei Krankheit entschuldigen wir in der An­fangsphase die Ju­gendlichen, später (nach der Probezeit oder Auszug) soll er/sie dies selber übernehmen.


Lebensraum Arbeit und Beschäftigung
Unsere Einrichtung verfügt über einen Werkkeller, der auch von den Kindern und Jugend­lichen genutzt wird. In diesem befinden sich vielfältige Werkzeuge und kleinere Maschinen. Eine große Hobelbank mit Schraubstock bietet ausreichend Gele­genheit handwerklichen Neigungen nach zugehen.